Sensibles Offensein ist nur möglich, wenn sich die SchülerInnen
sicher und geborgen fühlen und ein Vertrauensverhältnis zu den
LehrerInnen besteht. Die Neuen Medien bieten die Möglichkeit, dass
LehrerInnen von ihrer Machtposition zurücktreten und als BegleiterIn
und ModeratorIn des Lernprozesses ein vertrauensvolles Verhältnis zu
den Lernenden aufbauen. Wenn nicht ein "Allwissender" vor der Klasse steht,
sondern der Unterricht methodisch so aufgebaut ist, dass widersprüchliche
Erfahrungen ermöglicht werden und vorhandenes Wissen in Frage gestellt
werden kann, dann bekommen die Lernenden Mut, auch durch Fehler zu lernen.
Nur wenn vielfältige und widersprüchliche Denkbewegungen
erlaubt sind, dann können Fehler zugelassen und aus Konsequenzen gelernt
werden. Unterschiedliche Sichtweisen der SchülerInnen werden durch die
Hypertextualität und die chaotische Struktur des Internets unterstützt,
Freiräume für gedankliches Probieren und Experimentieren unterstützt.
"Die Qualität aller Beziehungsmuster in der psychischen Struktur
der Schüler hängt letztlich davon ab, welche Handlungsweisen
in der Beschäftigung der Schüler mit der Sache möglich bzw.
gefordert sind" (ebenda, S.72). Deshalb ist das Prinzip der Handlungsorientierung
mit zunehmender Verantwortlichkeit der SchülerInnen an der Konzeption
und Durchführung von Unterricht undabdingbar (Projekt, Planspiel,
Untersuchung, Experiment etc.). Dazu gehört auch, dass Abschied genommen
wird vom Finden nach der richtigen Lösung. Vielmehr müssen Möglichkeiten
geschaffen werden, Spielräume für die Erprobung von unterschiedlichen
Eigenerfahrungen zu schaffen. Die Neuen Medien sind in ihrer Offenheit
und ihrer Spielorientierung so konzipiert, dass die pädagogische Schulentwicklung
in ihren Elementen der Unterrichtsentwicklung und der Schulorganisation
unterstützt und kongenial gefördert werden. Pädagogische
Schulentwicklung und Neue Medien haben als grundlegendes Moment ein Unterrichtsprinzip:
DER WEG IST DAS ZIEL!
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